Bericht Seniorenmeisterschaft von Hans-Dieter:

33. Offene Berliner Senioreneinzelmeisterschaften 2017

Berlin 31.01. – 09.02.2017

In diesem Jahr nahmen erstmals 3 Narvarianer an der Offenen Berliner Senioreneinzelmeisterschaft teil – Gerhard Mietzelfeldt, Ekkehard Krüger und der Berichterstatter.

Ein Vergleich der erreichten Platzierung mit dem Setzlistenplatz macht bei allen keinen Sinn, weil wegen Krankheit nicht alle Runden gespielt wurden. Deshalb im Folgenden eine kurze Ergebnisstatistik: Ekkehard holte bei seinem Senioren-Debüt 3/5 (+3/=0/-2), davon 1/3 (+1/=0/-2) mit Weiß und 2/2 (+2/=0/-0) mit Schwarz. Leider konnte er wegen Erkrankung seiner Frau das Turnier nicht zu Ende spielen. So dürfte er mit diesem Ergebnis wohl nicht ganz zufrieden sein. Gerhard holte 4/6 (+3/=2/-1), davon 1,5/3 (+1/=1/-1) mit Weiß und 2,5/3 (+2/=1/-0) mit Schwarz. Schade, dass ihn eine Bronchitis schachmatt setzte, da war sicherlich noch mehr drin. Der Berichterstatter holte 5,5/8 (+4/=3/-1), davon 2/4 (+1/=2/-1) mit Weiß und 3,5/4 (+3/=1/-0) mit Schwarz. Die letzte Runde konnte er leider wegen eines fiebrigen Infektes nicht mehr spielen. Bemerkenswert ist das von allen erzielte sehr gute Ergebnis mit Schwarz (+7/=2/-0).

Meine Partien zeigten leider mal wieder ein Nebeneinander von „genialen“ Momenten und teils sogar groben Fehlern. Dieses Auf und Ab spiegelt sich sehr gut in den jeweiligen Bewertungsprofilen wieder, dazu später.

Nun einige Anmerkungen zu meinen Partien:

Runde 1: Fiedler,Ronald (1687/1534) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1837) 0:1

1

Die erste Runde ist zwar immer die schwerste, im Vorjahr verlor ich meine erste Partie am gleichen Tisch 24. Das wollte ich in diesem Jahr besser machen.

Nach 18. f4 ergab sich die im Diagramm gezeigte Stellung.

Ich antwortete mit 18. … exf e.p., und nach weiteren suboptimalen Zügen hatte ich meinen Vorteil verspielt. In nahezu ausgeglichener Stellung gab mein Gegner später für mich völlig überraschend auf. 18. … Lxd4 hätte auf Grund des entstehenden Freibauern meinen Vorteil festgehalten.

Runde 2: Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1837) – Krüger, Ekkehard (1816/11815) 0:1

2
In der im Diagramm gezeigten Stellung hatte Schwarz zuletzt 35 … Lxe3 gezogen.

Ich antwortete mit 36. Dxe3?? und verlor umgehend den mir von Schwarz geschenkten Vorteil. Sxe3 hätte diesen festgehalten. Nach weiteren schwachen Zügen kam ich zunehmend unter Druck und verlor schließlich die Partie.

Runde 3: Engelhardt, Eberhard (1760/1624) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) 0:1

3
nachdem die Partie lange vor sich hinplätscherte konnte ich ab dem 23. Zug langsam einen zunehmenden Druck aufbauen, dem mein Gegner bald nicht mehr gewachsen war. Nach 29. Kb6 ergab sich die im Diagramm gezeigte Stellung:

Statt c4 zog Weiss 30. g3 und geriet nach meiner Antwort Tf8 und Verdoppelung der Turme auf der f-Linie später in einen Mattangriff.

Runde 4: Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) – Körlin, Hans-Jürgen (1855/11809) 0,5:0,5

4

Nach einem groben Fehler im 33. Zug stellte ich einen Bauern und damit im Prinzip auch die Partie ein. Dann vergaß Schwarz aber, den Sarg zuzunageln und bot mir in total gewonnener Stellung sogar ein Remis an, was ich natürlich sofort annahm.

Schwarz hatte gerade 42. … Dd6 gezogen und mir sofort ein Remis angebotenen. Er befürchtete meinen Zug 43. Se4, übersah aber seine Antwort De5 mit Gewinn.
Das war meine schwächste Leistung, nach der ich mit viel Glück ein Remis erreichte. Glück gehört aber aus dazu!!!

Runde 5: Langer, Guenter (1847/1645) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) 0:1

5

Mit meinem 20. Zug stellte ich die Qualität ein und mein Gegner wähnte sich bereits auf der Siegerstraße, übersah dabei aber, dass ich über ein ausreichendes gegenspiel verfügte. Entsprechend leichtfertig wurde sein Spiel. Erst stellte er einen Springer ein, nach weiteren schwachen ergab sich die im Diagramm gezeigte Stellung, in der praktisch alles hängt.

Ich hatte zuletzt Se4-c3 gezogen. Es war aber auch Sg6-h4+ möglich, beides mit Gewinn.

Runde 6: Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) – Seils, Ralf (—/1824) 0,5:0,5

6

Nachdem ich in der Eröffnung etwas passiv stand, konnte ich mich nach und nach befreien und eine Vorteil herausarbeiten. Nach dem 29. Zug von Schwarz ergab sich die im Diagramm gezeigte Stellung:

Ich bewertete diese Stellung falsch und zog 30. Txh5?? Dieser Zug gestattete nach der Antwort 30. … Txh5 das Eindringen des Turms in den Damenflügel und gibt Schwarz ein zum Remis ausreichendes Gegenspiel. Statt dessen hätte Dd1 nebst Tf2 den weissen Vorteil festgehalten..

Runde 7: Andrasch, Peter (1794/1606) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) 0,5:0,5

7

Nach 18. Tf2 ergab sich die im Diagramm gezeigte Stellung:

Anstatt mich mit Sf6 oder 0-0-0 weiter zu entwickeln, begann ich mit Txg2 eine meiner Angriffsfiguren abzutauschen. Nach dem 36. Zug von Weiß hatte ich nochmals die Chance, einen gewissen Vorteil festzuhalten:

Statt Kb5 hätte ich in dieser Stellung Sd2 spielen müssen, was den Vorteil festgehalten hätte.
Nachdem ich aber unnötigerweise weitere Figurenabtausche zugelassen hatte, verflachte die Partie leider zum Remis

Runde 8: Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1964/1839) – Cichon, Jörg (1888/1645) 1:0

8

Nachdem ich im Vorjahr gegen den gleichen Gegner mit Schwarz ein Remis geschenkt bekam, wollte ich in dieser Partie unbedingt zeigen, „wo die Harke hängt“. Um jeder Vorbereitung aus dem Weg zu gehen, eröffnete ich statt mit dem superstarken Zug Sc3! mit d4 in der Hoffnung, daß es zu einem „Pirc“ kommt. So kam es auch und ich konnte meine Vorbereitung, den „150 Angriff“, spielen.
An dieser Stelle bedarf es keines weiteren Kommentars, das Bewertungsprofil sagt alles aus.

Auch wenn ich das neu erlernte noch nicht in allen Partien durchgängig anwenden konnte, möchte ich auch im nächsten Jahr bei der dann 34. BSenEM mitspielen, hoffentlich gesund bis zur letzten Runde und mit einem besseren Ergebnis.

Dr.Hans-Dieter Maetzing

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