29. Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2017

Bericht von Hans-Dieter zur:

29. Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2017

Berlin 08.08. – 16.08.2017

Nach sieben Jahren wurde die Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft mal wieder in Berlin durchgeführt, ein Grund für mich, daran teilzunehmen.

Eine direkte Zielstellung hatte ich diesmal nicht, aber 50 % wollte ich schon gerne erreichen. Leider holte ich nur 4 aus 9 Punkte. Das Ergebnis von +2,=4,-3 offenbart wie schon in Misdroy, dass ich zu viele Partien nur mit einem Remis beenden konnte.

Wieder hatte ich das Problem, vorteilhafte Stellungen zu verwerten. Wäre ich 30 Jahre jünger, würde mein Trainingsschwerpunkt sicherlich die „Vorteilsverwertung“ sein.

Als Folge dessen werde ich wohl ca. 10 DWZ- und 20 ELO-Punkte verloren haben.

Nun zu den einzelnen Runden:

Burchardt, Brigitte (2169/2115) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) 1:0

In der ersten Runde eines nach Schweitzer System gespielten Turniers muss man entweder gewinnen oder darf man verlieren, je nachdem, ob man sich in der oberen oder unteren Hälfte der Sitzliste befindet. Mit Platz 101 fand ich mich am Ende des zweiten Drittels der Setzliste wieder. Gegen die Nr. 27 war also eine Niederlage eingeplant.

Ich hatte gerade 7. … e6 gezogen, wie sich nach 8. g4 nebst 9. h4 herausstellte, bereits ein grober Fehler. Richtig wäre 7. … Sd7 gewesen.

Im weiteren Verlauf der Partie zeigte Weiß dann, wer der Chef im Ring ist.

Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) – Dr. Fritsch, Jürgen (1822/1690) 0,5:0,5

Nach der erwarteten Niederlage sollte in Runde 2 unbedingt ein Sieg her. Nachdem ich meinen gegner bereits aus der Eröffnung heraus überspielt hatte, ergab sich für mich die Möglichkeit, meinen Vorteil weiter auszubauen.

Statt 22. h3 Sh6 (erzwungen) 23. g4 mit gewonnener Stellung zog ich 22. f5 und überlies damit dem schwarzen Springer das starke Feld e5.

Nach weiteren ungenauen Zügen verflachte die Stellung immer mehr und ich kam nicht über ein Remis hinaus. Hier habe ich leider einen halben Punkt verschenkt!

Aigner, Georg (1859/1735) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) 1:0

Um noch ein einigermaßen befriedigendes Ergebnis zu erreichen, musste ich diese Partie unbedingt gewinnen. Nachdem ich mit Vorteil aus der Eröffnung (Scandinavisch mit 3…. De5+) herausgekommen war, stellte ich später einen Bauern ein. Es entstand schließlich das in der Abbildung gezeigte Endspiel.

Hier zog ich das naheliegende 47. … Tf7, mehr Widerstand hätte 47. … Sxf6 geleistet. Einige Züger später begab sich mein Turm auf Abwege und ich verlor die Partie schließlich.

Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) – Kolkwitz, Klaus (1843/1655) 1:0

Diesmal konnte ich aus der Eröffnung heraus keinen Vorteil herausarbeiten, denn meine Partieanlage wirkte im Nachhinein sehr gekünstelt. So musste ich auf einen Fehler meines Gegners warten. Den machte er auch und bescherte mir folgende Stellung.

Nach 17. Sg5 mit Materialgewinn oder Mattangriff konnte ich meinen ersten Sieg in diesem Turnier erringen.

Dr. Trebbin, Wolfhard (1889/1817) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) 0,5:0,5

Nachdem mir in Runde 4 der erste Sieg gelang, sollte diesmal mit Schwarz eine erneute Niederlage verhindert werden. Entsprechend legte ich die Partie an.

Nach meinem letzten Zug 22. … Se3 einigten wir uns auf ein Remis. Ziel erreicht!

Gass, Ulrich (2082/2015) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) 1:0

Zur Belohnung durfte ich wieder mit Schwarz spielen und von vornherein eine Niederlage einplanen. Wie schon gegen Burchardt unterlief mir ein Eröffnungsfehler, der mich gegen einen solchen Gegner (ehemaliger Bundesliga-Spieler) praktisch schon die Partie kostete.

Nach 21. … Lxd7 folgt Dc4+ mit Figurengewinn!

Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) – Weber, Martin (1864/1703) 1:0

Endlich mal wieder Weiß und die Chance auf einen vollen Punktgewinn. „Sehenswert“ ist die Endstellung:

Ein Beitrag zum Thema: „So darfst du nicht Schach spielen“.

Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) – Kreutzkamp, Hans-Rudolf (2105/1968) 0,5:0,5

In diese Partie wollte ich unbedingt zeigen, dass ich auch gegen nominell stärkere Gegner bestehen kann. Dass diese auch nur mit Wasser kochen, wird aus dem folgenden Diagramm ersichtlich.

Jetzt nicht 42. .. Sb4+, sondern Kc6 mit Gewinnchancen.

Kracht, Helmut (1995/1866) – Dr. Maetzing, Hans-Dieter (1956/1828) 0,5:0,5

In der letzten Runde wollte ich nicht verlieren, auch wenn ich mit Schwarz wieder gegen einen nominell stärkeren Gegner spielen musste. Die Partie verließ nie die Remis-Bandbreite.

In völlig ausgeglichener Stellung akzeptierte Weiß mein Remis-Angebot.

Dr.Hans-Dieter Maetzing

(Partien alle im Mitgliederbereich)

Dieser Beitrag wurde unter Open/Berichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.