Partien mit Chessbase-Programmen analysieren, oder???

Im folgenden Beitrag stellt Dr. Hans-Dieter Maetzing kostenlose Alternativen zu den bekannten und weitverbreiteten kommerziellen Schachprogrammen vor.

Nachdem ich jahrelang meine Partien mit Hilfe von Fritz und Chessbase analysiert habe, wollte ich mal wieder recherchieren, ob das nicht auch kostengünstiger geht.

Als erstes ließ ich unter der GUI von Fritz 16 ein Engine-Turnier mit 4 Freeware-Engines und 2 Bezahlprogrammen über 5 Runden mit einer Bedenkzeit von 4min+2sec spielen.

Test_Engines_2019_02_22, Blitz 4m+2s 2019

1

2

3

4

5

6

1 Stockfish 10 64 BMI2

*****

½1½0½

½1½½1

½1½0½

1½½½½

½½½½1

14.5/25

174.50

2 Raubfisch X39d

½0½1½

*****

½1001

1001½

½01½1

11011

14.5/25

169.00

3 Komodo 12.1.1 64-bit

½0½½0

½0110

*****

01½01

½111½

½1011

14.0/25

4 SugaR XPrO 1.5.3 64 BMI2

½0½1½

0110½

10½10

*****

11010

10½½1

13.5/25

5 Fire 7.1 x64 popcnt

0½½½½

½10½0

½000½

00101

*****

½11½0

10.0/25

6 Fritz 16

½½½½0

00100

½0100

01½½0

½00½1

*****

8.5/25

Das Turnierergebnis verdeutlicht, dass man bei der Partieanalyse durchaus auf Freeware-Engines zurückgreifen kann, favorisiert ist hier Stockfish. Fritz 16 schneidet im Vergleich schlecht ab, Komodo hält einigermaßen mit.

Als nächstes wäre die Frage nach einer kostenfreien Bedienoberfläche (GUI) für die Freeware-Engine zu klären. Im Internet findet man da so einiges, z.B.

Welche der GUIs man wählt, ist letzten Endes eine reine Geschmacksfrage.

Auch für das teure Chessbase-Datenbankprogramm und für die Chessbase-Datenbank gibt es kostenfreie Freeware-Alternativen.

Als Datenbankprogramm bietet sich in erster Linie SCID an:

https://sourceforge.net/projects/scid/.

„Füttern“ lässt sich dieses Datenbankprogramm mit der Datenbank von TWIC, die jeden Montag ergänzt wird:

http://theweekinchess.com/

Den Download von allen bisher erschienenen Ausgaben kann man sich sparen, indem man diese für ein kleines Entgelt erwirbt und dann nur noch wöchentlich kostenfrei ergänzt.

Mit diesem Beitrag wollte ich nur zeigen, dass es auch möglich ist, mit geringem finanziellem Aufwand – wichtig für unsere Jugendlichen, Azubis und Studenten – seine Schachpartien computergestützt zu analysieren und zu verwalten.

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3 Kommentare zu Partien mit Chessbase-Programmen analysieren, oder???

  1. Jonatan Schenk (Spielleiter/Webmaster) sagt:

    Ich verwende auch, seit Dirk mir das vor ein paar Jahren empfohlen hat, hauptsächlich Scid als Datenbankprogramm. Scid unterstützt auch die Arbeit mit mehreren Datenbanken – man kann also eine Partie in einer Datenbank analysieren und dabei eine zweite Datenbank als Eröffnungsbuch verwenden.

    Bei mir gibt es insgesamt vier Datenbanken:
    – eine mit meinen eigenen Partien
    – eine große kostenlose Datenbank, in meinem Fall bisher MillBase. Im Gegensatz zu TWIC erhält diese aber schon länger keine Updates mehr.
    – die BerlinBase mit einigen eigenen Ergänzungen zur Vorbereitung vor allem auf Berliner Gegner
    – eine weitere Vorbereitungsdatenbank für Turniere außerhalb Berlins, die Partien verschiedener Turniere beinhaltet, die ich mir zu Vorbereitungszwecken mal heruntergeladen habe.

    Zusätzlich nutze ich die Online-Datenbank chess-db.com.

    Als Benutzeroberfläche für meine Engines nutze ich am Rechner ebenfalls nur Scid. Stockfish und weitere Engines können dort direkt eingebunden werden.
    Für das (Android-)Smartphone gibt es die Stockfish-Variante Droidfish, auf dem Rechner ist aber die Spielstärke der Engine deutlich größer.

  2. Dr. Hans-Dieter Maetzing sagt:

    Sehr guter Kommentar! Vielleicht könntest du mal ein Training zur Arbeit mit SCID durchführen.

  3. Rouven sagt:

    Interessant! Fände ich auch schön, wenn jemand, der sich damit auskennt, mal so ein Tutorial als Training inszenieren könnte!

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