DSAM Darmstadt – Teil 2

Nach dem guten Start mit 2,5 aus 3 lief es den letzten beiden Runden leider nicht mehr so richtig.

Die Weißpartie in Runde 4 gegen den ebenfalls bereits qualifizierten Heid („Schatten-DWZ“ 1862 laut vorläufiger Auswertung) begann zunächst noch sehr gut. Ich hatte einen Freibauern, der bereits bis nach a6 vorgedrungen war. Die Möglichkeit, den Bauern und einen Turm für zwei Figuren zu geben, ließ ich aus, da ich etwas besseres sah. Der Traum von den Preisrängen endete dann allerdings, als ich nicht Sb4! (gewinnt), sondern Lb4? (verliert) zog, wonach Schwarz den a-Bauern bekommt…

In der fünften Runde hatte ich dann Schwarz gegen Juhnke (DWZ 1726). Das wurde eine recht interessante Partie – meinen Gambitbauern lehnte er erstmal ab, um selbst ein Bauernopfer anzubieten. Dieses wollte ich aber nicht annehmen, also opferte ich dann eben einen anderen Bauern – genau darauf hatte ich mich vorbereitet. Später gab Weiß einen Turm auf f6, um auf h7 mattzusetzen – ich hatte aber gerechnet, dass das nur remis würde, und mein Gegner fand auch nur die falsche Zugfolge (hinterher zeigte aber der Rechner den einfachen Gewinnweg). So konnte ich einen unnützen Bauern auf f5 opfern, um Zeit zu haben, meine eigene Dame zurück nach g7 zu bringen. Danach wurden fast alle Figuren getauscht und ich stand auf Gewinn. Im Endspiel überlegte ich dann allerdings unerklärlicherweise nur, ob ich lieber hxg6 spielen möchte (dann bleibt Turm gegen Läufer ohne Bauern – remis – übrig) oder erst Txd3 (g-Bauer gegen den blanken König – ebenfalls remis). Das Vorbeiziehen des Bauers nach h5 hätte offensichtlich gewonnen…

3 Punkte reichen natürlich bei weitem nicht für die Preise (Platz 28 wurde es am Ende), aber immerhin sollte die DWZ 1700 endlich geknackt sein (sofern die vorläufige Auswertung stimmt). Also wenigstens ein Erfolg, auch wenn ich insgesamt nicht zufrieden bin – vor allem die Vorteilsverwertung muss endlich wieder besser werden.

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3 Kommentare zu DSAM Darmstadt – Teil 2

  1. Dr. Hans-Dieter Maetzing sagt:

    Ohne Ansicht der Partien sind die im beitrag erwähnten Züge nichtssagegend.

  2. Jonatan Schenk (Spielleiter/Webmaster) sagt:

    Die Partien werden demnächst in den Mitgliederbereich kommen.

  3. Rafael Schenk sagt:

    Ach, ich finde die Züge eigentlich aufschlussreich. Das Turmopfer auf f6 kann man sich vorstellen (die g-Linie wird geöffnet, evtl schwarze Figuren blockiert, der h-Bauer ist plötzlich absolut schwach und wird zum Angriffsziel. Der Gegner spielt aber ungenau. Dann opfert Jonatan den Bauern, um die notwendige Zeit zu bekommen und die Diagonale frei zu machen, um die Dame in die Verteidigung zu holen. Dadurch verbleibt er mit Materialvorteil.

    Aus den Zügen in der beschriebenen Endspielstellung schließe ich auf ein Endspiel Weiß mit König, Läufer und Bauern gegen Jonatans König, Turm und Bauern. Der weiße Läufer steht offensichtlich auf d3, gedeckt vom weißen König und der weiße Bauer ist gerade nach g6 gezogen. Diagonal dazu auf h7 steht ein schwarzer Bauer. Der schwarze König steht offensichtlich irgendwo hinter dem eigenen Bauern und in Reichweite des g-Bauern, wahrscheinlich auf f8, g8 oder h8. Stünde er auf g8 müsste aber der Turm günstig stehen wegen des Tempogewinns mit Lc4+, also erwarte ich eher h8, auch wegen des Mittelspiels. Zieht Schwarz direkt h5 muss Weiß zunächst ein Tempo für seinen Läufer investieren und der Turm schafft es rechtzeitig zur g-Linie, wo er den weißen König daran hindert, den schwarzen Randbauern zu bedrängen. Der weiße Läufer kann nicht gleichzeitig den Bauern g6 verteidigen und den Freibauern aufhalten und der weitere Gewinnweg ist nicht schwer zu finden, zumal Jonatan solche Endspiele sehr gut spielen kann.

    Für tiefergehende Analysen bräuchte man dann aber in der Tat ein Schachbrett oder zumindest die exakte Stellung 😉

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