Bericht aus „Misdroy“

27. Offenes Brandenburger Seniorenturnier 2019
Misdroy (Miedzyzdroje) 20.06. – 30.06.2019

Bericht von Dr. Hans-Dieter Maetzing

In diesem Jahr nahm Gerhard zum ersten, ich zum fünften Mal am Offenen Brandenburger Seniorenturnier in Misdroy teil. Gespielt wurde diesmal mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge und 15 Minuten für den Rest plus 30 Sekunden Zeitgutschrift für jeden Zug.

Im Einzelnen wurden folgende Ergebnisse wurden erzielt:

Spieler Platz Startnr. Ergebnis ELO DWZ
Dieter 13 18 (3-5-1) +2 +10
Gerhard 41 26 (2-5-2) -10 -8

(ELO- und DWZ-Zahlen sind vorläufig!)

Gerhard wird mit seinem Ergebnis wohl nicht ganz zufrieden sein. Mit 5,5 aus 9 Punkten
konnte ich zwar mein Vorjahresergebnis um 0,5 Punkte verbessern, in den Partien
wechselten aber mal wieder gute und schlechte Phasen.

Nun zu meine Partien:

Runde 1, Brett 18 Karl-Heinz Ollek (1656/1545) – Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) 0,5:0,5
Der Einstieg in das Turnier ist mir mal wieder sehr schwer gefallen. Es gelang mir nicht,
einen Eröffnungsvorteil herauszuarbeiten.

In dieser Stellung war 41. … Kd7 angebracht. Ich zog aber 41. … Kd5. Nun hätte Weis mit
42. Tc8 sogar eine Initiative entfalten können, zog aber ein Remis durch
Stellungswiederholung vor.

Runde 2, Brett 17 Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) – Horst Köhler (1680/1367) 1:0
Die zweite Runde bescherte mir eine Kurzpartie. Weis hatte gerade meine Dame auf g4
geschlagen,

und guckte nicht schlecht nach 13. Lg6 matt.

Runde 3, Brett 7 Dr. Joachim Kirmas (1998/1883) – Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) 0,5:0,5
In der dritten Runde wurden die Vorbereitungen von beiden Seiten über den Haufen
geworfen. Ich beantwortete 1. e4 nicht mit d6, sondern mit e6, mein Gegner spielte nicht die französische Vorstoßvariante sondern einen Tarrasch. So kam es zu einer „Fort-Knox“-
Variante mit schnellem Abtausch von Dame und 2 Leichtfiguren.

In diese Stellung nahm Weis mein Remis-Angebot an.

Runde 4, Brett 15 Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) – Ryszard Mrozewicz (1625/-) 1:0
Die 4. Runde begann ich wie die 2. mit 1. Sc3. Mein Gegner kam mit den für ihn wohl neuen Stellungsbildern nicht klar und kam schon frühzeitig in Nachteil.

Krönender Abschluss war der Turmgewinn nach 63. … Kg6 64. Tg7+. Nach Kf6 würde Tb6+ mit Turmabtausch und Gewinn des Turms auf h6 folgen.

Runde 5, Brett 5 Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) – Horst Krüger (1998/1959) 0:1
In der 5. Runde durfte ich wieder mit 1. Sc3 beginnen. Mein Gegner war aber gut vorbereitet und kam leicht in Vorteil.

Schwarz hatte gerade 21. …Txh5 gezogen. Jetzt hätte ich mittels 22. f3 nebst Sg4 das
Gleichgewicht ein einigermaßen halten können, zog aber 22. g4? Und konnte nach der
Antwort 22. … Th3 bald darauf aufgeben. In dieser Partie war mehr möglich.

Runde 6, Brett 13 Janucz Santura (1719/-) – Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) 0,5:0,5
Dann folgte in der 6. Runde meine schwächste Partie. Die Eröffnung hatte ich völlig versaut. Nach meinem 15. Zug Sh5 hatten wir die folgende Stellung auf dem Brett (+12 für Weis).

Jetzt Da3 nebst Da4+ und ich kann aufgeben. Weis tauschte aber lieber auf g6 um
anschließend die Dame für Turm und Springer zu gewinnen. Ich konnte aber beide Türme
auf der offenen d-Linie postieren und mit viel Glück ein Remis erkämpfen.

Runde 7, Brett 11 Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) – Manfred Gensch (1804/1612) 1:0
Wieder mal 1. Sc3! Hier die Stellung nach 22 Zügen.

Schwarz hatte gerade 22. Txg2? gezogen. Ich antwortete á Tempo Shg3? Mit
Qualitätsgewinn. Viel wirkungsvoller wäre aber 22. Sxh6 gewesen.

Runde 8, Brett 7 Horst Keusch (1947/1910) – Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) 0,5:0,5
In der 8. Runde war mal meinem Gegner die Eröffnung missglückt. Ich kam schnell in Vorteil. Nach 21. b4? entstand die folgende Stellung.

Ich antwortete mit 21. … Le7 und begnügte mich nach einigen weiteren Zügen mit einem
Remis. Spannend wäre 21. … Lxe3 mit Gewinnchancen gewesen.

Runde 9, Brett 5 Dr. Hans-Dieter Maetzing (1907/1758) – Peter Kahn (2000/1904) 0,5:0,5
Nach 1. Sc3 landete ich diesmal in der Rubinstein-Variant der Französischen Verteidigung
und somit in Stellungsbildern, die ich gar nicht mag.

Ich hatte gerade 20. De4-c2? gezogen, richtig war De2. Schwarz antwortete á Tempo 20. … b5? und nach 21. Sa3 konnte ich weiter spielen.
Nach 20. … cxd hätte ich dagegen einen Bauern verloren. Leider sah ich das zu spät und – Gott sei Dank – mein Gegner gar nicht. Nach einigen weiteren Zügen einigten wir uns in ausgeglichener Stellung auf ein Remis.

Fazit:
Mit 5,5 Punkten aus 9 Partien (+3/=5/-1) bin ich nicht ganz zufrieden. In einigen Partien
zeigte sich, dass ich bei einem besseren taktischen Verständnis hätte mehr holen können.
Mein Schwarz-Repertoire muss ich wohl auch überdenken.
Trotzdem zeigte sich, dass ich gegen Spieler mit höherer Wertzahl durchaus mithalten kann.

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2 Kommentare zu Bericht aus „Misdroy“

  1. Jonatan Schenk (Spielleiter/Webmaster) sagt:

    Kann es sein, dass in Runde 4 der schwarze Turm auf e8 statt f8 steht?
    In der Diagrammstellung kommt Weiß nach 63. … Kg6? wohl nicht mehr dazu, den Th6 zu gewinnen, weil die Partie vorher vorbei ist. Da 63. … Ke6, Ke8 und Kg8 jeweils zum Matt führen bleibt nur das sofortige 63. … Kf6, aber nach 64. Tg7! droht wieder Tb6#. Schwarz kann 64. … Te8? probieren (Turmtausch und anschließender Verlust des Th6) aber Weiß hat noch den Zwischenzug 65. g5+! (nebst 66. Tb6#).
    Bei korrekter Verteidigung verliert Schwarz wohl tatsächlich den Turm (63. … Kf6 64. Tg7! Tg6! 65. Tb6+ Kg5 66. Tgxg6+), aber zur Kommentierung passt das bei weitem nicht so gut wie das einfache 63. … Kg6 64. Tg7+ Kf6 65. Tb6+ Te8-e6 66. Txe6 Kxe6 67. Sxh6 und Schwarz gibt auf.

  2. Dr. Hans-Dieter Maetzing sagt:

    Der Turm steht auf f8. Somit führt die Partiefortsetzung 63. … Kg6 64. Tg7+ nach 64. … Kf6 natürlich nach Tb6 zum Matt. Ich sollte abends nicht nur kein Schach mehr spielen sondern auch nicht kommentieren.

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