Packende zweite Runde

Vergangenen Sonntag ging es in die zweite Runde der BMM. Nach der unglücklichen Niederlage gegen Mitaufsteiger Tempelhof war ein Punktgewinn enorm wichtig, gegen Tabellenführer Weiße Dame 3 aber eine schwere Aufgabe. Vor allem an den hinteren vier Brettern standen nominell DWZ-Unterschiede von 100-200 Punkten zugunsten der Gegner.

Kurz nach neun waren alle Bretter besetzt und der Kampf begann. Ich war noch im Tiefschlaf und stellte in der Eröffnung einen Bauern ohne echte Kompensation ein. Das war die größte Besonderheit, bis Alexander und der Dr. an 7 und 8 ihre Partien aufgaben. Es ging so schnell, dass ich es gar nicht richtig mitbekam: Bei meinem ersten Gang durch die Bretter hatte ich beim Dr. eine Angriffsstellung gesehen und auch Alex sah solide aus.

Sei es wie es sei, bei zwei Punkten Rückstand und keinem Vorteil auf den verbleibenden Brettern war das Ding eigentlich gelaufen. An der Einschätzung änderten auch die guten Remisen von Hilmar und Ekkehard zunächst nichts.

Ich klammerte weiter, am Horizont tat sich die Möglichkeit eines ungleichfarbigen Läuferendspiels auf. Tomas zu meiner Linken hatte trotz Vorbereitung plötzlich Probleme; ich konnte mich nach dem Kampf überzeugen, dass er zwischendurch auf Verlust stand.

Shenis und Peter wählten angesichts dieses Zwischenstands genau die richtige Strategie! Um als Mannschaft überhaupt eine Chance zu haben, kämpften beide um den Sieg. Peter opferte einen Bauern und kommentierte hinterher: „Initiative ist doch immer besser als ein Bauer.“ Er behielt recht, eroberte die Qualität und gewann seine Partie. Ganz starke Leistung von ihm! Tomas hatte sich zwischenzeitlich ins Remis gerettet und auch bei mir war das ersehnte ungleichfarbige Läuferendspiel entstanden. Die zwei Mehrbauern meines Gegners waren in der Stellung wertlos; er musste sich ins Unentschieden fügen.

Blieb noch Shenis als letzte Partie beim Stand von 3:4. Er hatte ein Springerendspiel mit je drei Bauern auf dem Brett und es war nicht zu sehen, wo da ein gewinnender Vorteil herkommen sollte. Dass diese Endspiele aber zu den schwersten zählen, durfte sein Gegner leidvoll erfahren. Zug um Zug erhöhte Shenis den Druck, eroberte erst einen Bauern und dann den zweiten. Alle Remisfallen wurden ebenfalls umgangen, kurz vor der unvermeidlichen Umwandlung gab das gegnerische Spitzenbrett auf.

Das 4:4 und ein wichtiger Mannschaftspunkt waren nach mehr als fünfeinhalb Stunden gesichert. Super gemacht von unseren ersten beiden Brettern! Nächste Runde geht es gegen Empor, fast schon ein Match um den Klassenerhalt.

Rudolf Lange

Blick auf den letzten noch laufenden Partien an Brett 1 und 2

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Ein Kommentar zu Packende zweite Runde

  1. Dr. Hans-Dieter Maetzing sagt:

    Der Tiefschlaf traf auch auf mich zu. Ich konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen – wohl Versagensangst nach dem Debakel von Wernigerode. So traute ich mich nicht, bereits im 6. Zug einen Bauern zu gewinnen – siehe Partiekommentar.

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