RAMADA-Cup Magdeburg

Am Wochenende war nicht nur BMM, sondern auch Qualifikationsturnier zum RAMADA-Cup in Magdeburg. Als einziger Vertreter von Narva war ich dabei. Zum Erreichen meines Minimalzieles – ein besseres Ergebnis als im letzten Jahr – war es natürlich erforderlich, dass ich mal wieder anfange, Partien zu gewinnen. Schließlich lag meine letzte gewonnene Langpartie über ein halbes Jahr zurück… Also war der Plan, die guten Züge, die ich in den letzten Monaten nie gefunden habe, stattdessen einfach in Magdeburg zu machen. Das klappte überraschenderweise recht gut, und am Ende habe ich das Ziel mit 2,5 Punkten, 11,5 Buchholz und Platz 38 von 78 (im letzten Jahr: 2,5 – 10,5 – 39/70) gerade so erreicht.

Runde 1: Schenk – Wiedemann 1:0

Stellung nach 12. ... Sa6

Stellung nach 12. … Sa6?!

In der ersten Runde hatte ich Weiß, worüber ich sehr glücklich war. Mein Gegner sicherlich weniger, denn es kam das Nordische Gambit aufs Brett. Er zog 4. … Lc5?, wonach Weiß den Mehrbauern zurückerhält und die Kompensation behält. Meine Stellung ist danach die ganze Zeit vorteilhaft, und als ich in der Diagrammstellung meinen Gegner auch noch mit 13. Sxb5!? überrasche ist endgültig klar, dass da nichts mehr anbrennt.

Runde 2: Schmidt – Schenk 1:0

Stellung nach 29. f5?

Stellung nach 29. f5?

In der Nachmittagsrunde habe ich folglich Schwarz. Mein Gegner eröffet etwas überraschend mit 1. Sf3. Bis zum 14. Zug mache ich nicht weniger als sieben Springerzüge. Davon ist aber zumindest einer gut, da er den Abtausch des starken weißen Läufers erzwingt. Dafür gerate ich früh in Zeitnot. In der Diagrammstellung hat die Partie erstmals die Remiszone verlassen, aber ich habe nicht mehr genug Bedenkzeit um die korrekte Fortsetzung zu finden. Stattdessen ziehe ich 29. … Dc3 und dann noch einige weitere schwache Züge, was damit endet, dass ich ins Matt laufe.

Runde 3: Schenk – Turp 1:0

Stellung nach 53. Kf3

Stellung nach 53. Kf3

Es wird Caro-Kann gespielt. Davon verstehe ich nichts, aber ich finde ein einigermaßen forciertes Abspiel, das zu einer wilden Stellung führt. Die Damen sind getauscht, der weiße König steht in der offenen d-Linie herum. Dafür habe ich einen Mehrbauern, der auch noch ein gedeckter Freibauer ist. Da Schwarz keinen zwingenden Angriff entwickeln kann, erhalte ich dadurch ein gewonnenes Endspiel – was mich nicht daran hindert, es noch zum Remis wegzustellen. Dennoch lehnt mein Gegner mein Remisangebot ab, nur um zwei Züge später in der Diagrammstellung Kh4?? zu ziehen…

Runde 4: Tews – Schenk 1:0

Stellung nach 23. ... Tc4

Stellung nach 23. … Tc4

In der vierten Runde kommt mal Wolgagambit aufs Brett. In Turnierpartien hatte ich das bisher selten, abgesehen von irgendwelchen Ablehnungen mit völlig untypischem Spiel. Die entsprechenden Ideen kenne ich trotzdem einigermaßen und erhalte eine bessere Stellung. Einen Patzer meines Gegners kann ich nicht ausnutzen. Das heißt leider: es geht ins Endspiel. Und das kostet bei mir dieses Wochenende durchschnittlich einen halben Punkt. Am Schluss möchte ich trotz Zeitnot nicht das einfache Remis haben und schaffe es, einen Bauern umzuwandeln. Mein Gegner möchte aber nicht mit einer Dame weniger spielen und setzt einzügig Matt.

Runde 5: Schenk – Abele ½:½

Stellung nach 24. Td2

Stellung nach 24. Td2

Mein Nordisches Gambit wird mittels 3. … d3!? auf kreative Weise abgelehnt – der ungewöhnliche Zug dürfte meiner Gegnerin aus dem Morra-Gambit bekannt sein, ist aber sicherlich auch hier spielbar. Ein paar Züge später stellt sie allerdings einen Bauern ein. Ich möchte fertig werden, da Endspiele ja bekanntlich Punkte kosten, und bereite einige Fallen vor, die aber zunächst alle durchschaut werden. Dann mache ich einen unnötigen Zug und der Angriff ist vorbei. Also doch wieder ein Endspiel… In der Diagrammstellung habe ich die Verdoppelung der Türme auf der offenen Linie vorbereitet. Meine Gegnerin zieht 24. … Lg5?, es wird ein bisschen abgetauscht und am Ende haben wir beide noch einen Turm, ich einen Mehr- und sie einen Doppelbauern. Wenn man Endspiele kann, dann gewinnt man das mit Weiß. Wenn nicht, dann ärgert man sich hinterher… Mit dem Remis bin aber offenbar nicht nur ich unzufrieden: in einem für beide Seiten nicht zu gewinnenden Endspiel mit Turm gegen zwei isolierte Bauern biete ich zweimal Remis, was jeweils abgelehnt wird, ehe ich im 71. Zug dann Stellungswiederholung reklamiere.

Am Ende stehen also wieder nur 2,5 Punkte und immerhin ein leichtes DWZ-Plus. Mit besserer Endspieltechnik wäre auch mehr möglich gewesen – vielleicht klappt es ja in Kassel mit der Qualifikation fürs Finale, auch wenn die D-Gruppe sehr groß ist, so dass – anders als in der E-Gruppe – mindestens 4 Punkte dafür nötig sind.

Auf jeden Fall war es wieder ein schönes Turnier. Das Hotel ist auch in Ordnung. Etwas störend ist nur, dass die Zimmer zur recht viel befahrenen Straße liegen. Ein Standortvorteil ist natürlich auch die Nähe zu meinem Lieblings-Steakhouse, dem Restaurant Alento, in dem es nicht nur sehr gute Rindersteaks, sondern auch solche vom Känguru oder vom Krokodil (!) gibt.

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